Projektleitung:
Prof. Dr. Eberhard Hartung

Beteiligte:
Dr. Eiko Thiessen

Stichwörter:
Aquakultur; Futterautomat; Bildanalyse; Fischaktivität

Projektpartner:
Gesellschaft für Marine Aquakultur (GMA) mbH, Hafentörn 3, 25761 Büsum


Laufzeit:
1.7.2012 - 30.6.2015

Kontakt:
Thiessen, Eiko
Telefon +49 431 880-3790, Fax +49 431 880-4283, E-Mail: ethiessen@ilv.uni-kiel.de

Restlos

Die Futtermittel machen in Aquakulturanlagen etwa die Hälfte der Kosten aus. Eine grundsätzliche Einsparung ist daher sinnvoll, darf sich aber nicht negativ auf die Produktionsleistung auswirken. Somit bleiben eine bedarfsgerechte Fütterung und die Vermeidung bzw. Reduzierung von Futterresten als realistische Lösungswege zur Futtereinsparung.

Obwohl unter heutigen Produktionsbedingungen bereits versucht wird, die Futtermenge an die Futteraufnahme der Fischpopulation stufenweise „grob“ anzupassen, verbleibt aber eine täglich schwankende Futteraufnahme, die von vielen Faktoren abhängt und schwer vorhersagbar ist (Richter et al. 2004, Buentello et al. 2000, Madrid et al. 1997, Juell et al. 1992).

Futterautomaten können die Fischpopulation im Becken mit einer vorher festgelegten Futtermenge in definierten Zeitabschnitten versorgen. Um jedoch eine täglich bedarfsgerechte Futterversorgung der Fische zu gewährleisten wird i.d.R. eine Grundfuttermenge mit den Futterautomaten zugeteilt und die „Restmenge“ des Futters manuell und in Abhängigkeit vom Vorhandensein von Futterresten und Fischverhalten zugeteilt. Wird weniger Futter gefressen als gefüttert, verbleiben wasser- und gewinnbelastende Reste im Becken; wird zu wenig gefüttert, wird das Mastleistungspotenzial nicht ausgeschöpft.

Würde ein Futterautomat jedoch mit einem Kamerasensor verbunden, der das Fischverhalten erfasst, könnte jede Fütterung erst bei nachlassender Futteraufnahme beendet werden und damit eine jeweils an den aktuellen Bedarf angepasste Futtermenge abgegeben werden. Hierdurch würde das tägliche Futteraufnahmepotential ausgeschöpft werden und Futterreste vermieden bzw. auf ein Minimum reduziert werden. Um aus den Kamerabildern das Fischverhalten bzw. deren Aktivität zu berechnen, welche mit der Bewegung (Such- und Aufnahmeverhalten) und damit der Futteraufnahme der Fische korreliert, ist eine geeignete kamerabasierte Aktivitätserfassung zu entwickeln.


Buentello, J.A., Gatlin, D.M. III, Neill, W.H. (2000): Effects of water temperature and dissolved oxygen on daily feed consumption, feed utilization and growth of channel catfish (Ictalurus punctatus) . Aquaculture, Volume 182, Issues 3-4, 339-352

Juell, J. E., Bjordal, A., Fernö, A. & Huse, I. (1992): Effect of feeding intensity on food intake and growth of salmon (Salmo salar) in sea cages. Aquaculture and Fisheries Management 25, 453–464.

Madrid, J.A., Azzaydi, M., Zamora, S., Sánchez-Vázquez, F.J. (1997): Continuous recording of uneaten food pellets and demand-feeding activity: a new approach to studying feeding rhythms in fish. Physiol. Behav. 62, 689–695

Richter, H., Lückstädt, C., Focken, U., Becker, K. (2004): Some mathematical considerations in estimating daily ration in fish using food consumption models. Ecological Modelling 171, 381–393